Die Gefahren digitaler Nachbearbeitung von Fotos

Schön ist manchmal nicht schön genug, und so wird insbesondere in Bildredaktionen gelegentlich heftiger Gebrauch von Photoshop gemacht, um gerade zu rücken, was die Natur hat krumm wachsen lassen. Das kann rechtlich ganz verschiedene Konsequenzen haben, wie jetzt zwei aktuelle Fälle zeigen. Im einen geht es um eine prominente Moderatorengattin die Gattin eines prominenten deutschen Moderatoren, im anderen um die Kosmetikfirma L´Oréal und die (über)natürlich wirkenden Promis Julia Roberts und Christy Turlington. Die Moderatorengattin... ...wurde auf dem Titelblatt einer deutschen Zeitschrift nicht "naturgetreu", wie sie sich selbst anscheinend gerne sieht, sondern mit nachträglich digital aufgebrachtem "leuchtend bzw. dick glänzend blauem Lidschatten" abgebildet. Und das wollte sie sich nicht gefallen lassen. Begründung:
"Ein Betrachter denke, sie habe es nötig, sich besonders stark zu schminken - tatsächlich habe die Klägerin auf den Originalbildern ein natürliches Erscheinungsbild, sie wirke ungeschminkt."
Das Landgericht Hamburg, das sich mit dieser Frage beschäftigen musste, sprach der Moderatorengattin dann letztlich ein Recht auf ungeschminktes Wirken zu. Denn die Veröffentlichung des gephotoshoppten Bildnisses verletze ihr Recht am eigenen Bild. (Urteil vom 27.05.2011, Aktenzeichen: 324 O 648/10) Das Bild der Frau sei "über rein reproduktionstechnisch bedingte und für den Aussagegehalt unbedeutende Veränderungen hinaus verändert" worden - das Bild stimme nicht mehr mit der Realität überein, die Bildaussage wird unzutreffend. Rechtlich sah die Sache so aus, dass zunächst wohl eine Einwilligung in die Veröffentlichung des Bildes nach § 22 KunstUrhG (Kunsturhebergesetz) gegeben worden war - die Gattin hatte sich ja offensichtlich bereitwillig ablichten lassen. Diese Einwilligung galt jedoch nicht für die Veröffentlichung mit farblichen Veränderungen ...Zum vollständigen Artikel

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