Beispiel Sphairon: Mit dem Betriebsrat nicht zu lange warten

Betriebsrat? Brauchen wir nicht. Warum nicht? Na, erstens konnten wir mit der Geschäftsleitung bislang auch so immer alles gut regeln. Und zweitens läuft das Geschäft prima, wir haben keine Probleme.

Das sind Stimmen, wie man sie vor allem in kleinen und mittelständischen Betrieben oft hören kann. Noch immer gilt: Je größer ein Betrieb, desto eher verfügt er über einen Betriebsrat. Böckler schreibt dazu: Die “Kernzone im System der industriellen Beziehungen” sind Großbetriebe mit mehr als 500 Beschäftigten. Sie haben in Westdeutschland zu 90 Prozent Betriebsräte, im Osten liegt die Quote bei 89 Prozent.

Und: Nur 37 Prozent der Betriebe zwischen 51 und 100 Beschäftigten haben laut IAB-Betriebspanel 2009 überhaupt eine Mitarbeitervertretung. Heisst umgekehrt: Zwei von drei Betrieben haben keine!

Mit der Geschäftsleitung alles einvernehmlich regeln zu können, ist eine feine Sache. Aber es ist auch ziemlich weltfremd zu glauben, dass das auf immer so bleiben wird. Da braucht nur der Auftragseingang mal für alle überraschend ungewöhnlich stark zurückzugehen und man kann schön beobachten, wie die ersten anfangen nervös zu werden, wie der Ton sich zu ändern beginnt. Das Einvernehmliche von gestern weicht mehr und mehr den einseitigen und plötzlich äußerst scharfen Ansagen “von oben”.

Als sich vor einigen Jahren die sog. New Economy zum neuen wirtschaftlichen Wunderding entwickelte, galten Betriebsräte in vielen der modernen und hippen Startups als echtes NoGo, als völlig uncool, als Relikt aus einer anderen Zeit, zu der man auf keinen Fall gehören wollte. Wie es ausging, ist bekannt. Die Blase platzte und die Beschäftigten stürzten gemeinsam mit ihren Unternehmen ab. Leider schutzlos, die meisten!

Dass es auch heute nicht viel anders zuzugehen scheint, zeigt eine aktuelle Meldung aus dem sächsischen Bautzen. Hier befindet sich der Hauptsitz des High-Tech-Unternehmens Sphairon ...

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