Bei grober Beleidigung Kündigung auch ohne Verschulden

In meinem letzten Beitrag (http://stuwal.blog.de/2011/07/25/drei-abmahnungen-kuendigung-11540839/) hatte ich mich über die nicht totzukriegende Legende ausgelassen, dass eine Kündigung angeblich erst ausgesprochen werden darf, wenn der Arbeitgeber dreimal abgemahnt hat.

Eine jüngste Entscheidung durch das LAG Schleswig-Holstein (Urteil vom 09.06.2011, 5 Sa 509/10) macht an einem sehr krassen Beispiel deutlich, dass dies nicht der Fall ist.

Der klagende Arbeitnehmer hatte wiederholt und massiv sexuell anzügliche Bemerkungen hinsichtlich der im Betrieb beschäftigten Frauen gemacht. Dies ging von so unheimlich intelligenten und weiterführenden Bemerkungen wie "Besser eine Frau mit Charakter, als drei Schlampen" bis hin zu der Behauptung, seine Vorgesetzte habe eine Nacht mit einem Geschäftspartner verbracht, obwohl der eigene Ehemann HIV-positiv sei.

Der Arbeitnehmer ist wohl bereits im Vorfeld ermahnt worden, wobei nicht klar wird, ob es sich bei dieser Ermahnung tatsächlich um eine Abmahnung im Rechtssinne gehandelt hat oder nicht. Für das Landesarbeitsgericht kam es hierauf allerdings auch nicht an, da es tatsächlich die Ansicht vertritt, ein derartiges Verhalten sei ein derart starkes Fehlverhalten, dass der Arbeitnehmer in einem solchen Fall mit der Kündigung rechnen muss. Allerdings geht das Landesarbeitsgericht auch noch einen Schritt weiter ...

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