Arbeitsrechtler und die Würfel

Wenn man sich so die Urteile der Arbeitsgerichtsbarkeit in Kündigungssachen anschaut, könnte man auf die Idee kommen, die Sachen künftig im Casino zu regeln, statt im Gerichtssaal, das Ergebnis wäre das Gleiche.

Gestern ging die Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Hessen durch die Blogs, bei der ein Fluglotse geflogen ist. Besagter Aufseher über den Himmel machte gerne Pause und überzog seine Pause wohl auch bisweilen.

Das LAG teilt dazu in seiner Pressemitteilung mit

“Der 35-jährige Kläger des Rechtsstreits ist Fluglotse und war seit April 2001 beschäftigt. Ab 1. April 2004 war er im Tower eines süddeutschen Flughafens eingesetzt. In der Nachtschicht ist dort nach den einschlägigen Vorschriften zur Flugsicherung eine Besetzung von zwei Fluglotsen vorgeschrieben. Die Pausen von je zwei Stunden sind abzusprechen. Jeder Fluglotse muss auch in der Pause erreichbar bleiben.

Nach Videoaufzeichnungen konnte im Nachhinein rekonstruiert werden, dass der Kläger entgegen seinen Eintragungen im Arbeitsplatznachweis an vier Nächten im August 2009 und in einer Nacht im September 2009 die Towerkanzel länger als zwei Stunden verlassen hatte und die Pausen einmal um 20 Minuten, einmal um 45 Minuten und zweimal um etwa eine Stunde überzogen hatte. “

Ergo: Der Lotse fliegt.

Für die Beschäftigung eines Fluglotsen sei das Vertrauen in seine Zuverlässigkeit unabdingbar. Die Arbeitgeberin habe darauf vertrauen dürfen, dass der Kläger seinen Arbeitsplatz entsprechend den Vorschriften ausfüllt und dies zutreffend dokumentiert. Dies gelte insbesondere für die Nachtstunden, in denen eine Kontrolle faktisch entfällt. Die Pflichtverletzung sei so krass, dass – anders als im Regelfall – hier eine vorherige Abmahnung überflüssig gewesen sei, um den Kläger zu vertragstreuem Verhalten anzuleiten.

Ganz anders sieht das selbe LAG (Urteil vom 08.03 ...

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