4A_90/2011: Vermögensverwaltungsmandat; Haftung der Bank verneint

Im Entscheid 4A_90/2011 (frz.) hatte sich das Bundesgericht mit der Klage eines Kunden gegen seine Bank zu befassen. Das Bundesgericht verneinte eine Haftung der Bank aus Vermögensverwaltung und wies die Beschwerde des Kunden ab. Dem Entscheid lag verkürzt folgender Sachverhalt zugrunde: Der Kläger verfügte über ein geschätztes Vermögen von rund CHF 500 bis 800 Mio., welches aus der Veräusserung seines Bauunternehmens stammte. Zwischen 1997 und 1999 überwies der Kläger in mehreren Tranchen einen Betrag in der Grössenordnung von umgerechnet insgesamt rund CHF 10 Mio. auf die beklagte Bank. Ein schriftlicher Vermögensverwaltungs- oder Anlageberatungsvertrag wurde nicht abgeschlossen. Abgesehen von wenigen Ausnahmen bestimmte jeweils der Kundenberater die zu tätigenden Investitionen. Die Vermögen wurden "dynamisch" verwaltet, d.h. mit dem Ziel einer hohen Rendite. In den Jahren 1999/2000 erfolgten Anlagen in Titel des Hightech-Sektors. Diese machten Ende August 2000 rund 32% des Portfolios aus. Im Zusammenhang mit dem Platzen der Technologie-Blase zwischen Oktober und Dezember 2000 sank der Wert des Portfolios. Anfang 2001 brachte sich der Kundenberater um, wobei ein Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit nicht ausgeschlossen wurde. Ab Februar 2001 löste der Kunde die Hightech-Positionen und seine übrigen Anlagen auf. Das Bundesgericht hatte sich zunächst - unter dem Blickwinkel der Willkür - mit dem Argument auseinanderzusetzen, die Bank sei hinsichtlich der Hightech-Titel ein Klumpenrisiko eingegangen, und zwar nicht bezogen auf Einzeltitel, sondern auf Titel desselben Wirtschaftssektors. Der Kläger hatte dieses Argument im kantonalen Verfahren indes nicht prozessgenüglich vorgebracht, weshalb das Bundesgericht die entsprechende Rüge abwies. Zudem hatte auch einer der Gutachter festgehalten, Technologie-Titel seien zu jenen Zeitpunkt "sehr in Mode" gewesen, wobei er an der Konzentration (32% des Portfoliowertes) keine Kritik übte ...Zum vollständigen Artikel

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