Die Melodie des Rechts

Seit dem ersten Eintrag über Rechtskommunikation mit Musik vom 4. 12. 2008 ist hier wiederholt das Verhältnis von Recht und Musik angesprochen worden1, insbesondere weil es eine Facette meines Antithemas »multisensorisches Recht« bildet. Heute möchte ich auf einen Aufsatz des Rechtsprofessors Jack L. Sammons von der Mercer Law School (Macon, Georgia, USA) hinweisen: The Law’s Melody, der 2010 im Villanova Law Review, Bd. 55, S. 1143-1160 erschienen (und auch bei SSRN unter http://ssrn.com/abstract=1881970 verfügbar) ist. Es handelt sich um einen Artikel zu Ehren seines Kollegen Joseph Vining, und darüber steht als Motto ein Zitat des Geehrten: »The prevalence of song throughout the world speaks even to our generalizations about that part of the experienced world we call law.« Das Motto stammt aus einem Buch Vinings mit dem Titel »From Newton’s Sleep«. Nach dem im Internet verfügbaren Inhaltsverzeichnis zu urteilen befasst es sich mit dem juristischen Denken (legal thought) und bietet anscheinend eine komplette Rechtstheorie, in der Ästhetik eine gewisse Rolle spielt. In diesem Buch, so erfahren wir von Sammons, habe der Autor herausgestellt, dass das Recht kein Gegenstand sei, auf den man zeigen oder den man gar anfassen könne. Worauf wir vielleicht verwiesen, wenn wir das Recht meinten, seien nur Indizien für einen nicht als Objekt greifbaren Gegenstand. Um dennoch das Recht vorstellbar zu machen, hatte Vining eine Parallele zwischen Recht und Musik gezogen. Über die Analogie von Recht und Musik sucht nun auch Sammons den Zugang zur Ontologie des Rechts. Seine These (S. 1148): »If we want to understand how the law can have its own ontology and how we can know such a law, we need only think of the law in the same way as we have been thinking of music ...

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