Von der klingonischen Sauklaue eines Chefs (mit Anleitung zum Nachmalen)

So kann’s gehen: Ein Chef kündigt einer Mitarbeiterin. Sein Kündigungsschreiben schließt mit etwas Fremdartigem, das einer Unterschrift nicht ansatzweise ähnlich sieht. Hier der Versuch einer Beschreibung (es macht viel Spaß, dies mit einem Stift nachzuzeichnen: “Zwei Zeichen mit ca. 1 cm Abstand, das 2. Zeichen wird erkennbar neu angesetzt, beide Zeichen ähneln sich. Die Zeichen bestehen aus einem von links nach rechts führenden Bogen in der Waagerechten mit einem anschließenden senkrechten Strich, der beim ersten Zeichen mit einem Aufwärtshaken nach rechts und beim zweiten Zeichen mit einem Aufwärtshaken nach links endet. In der Mitte oben zwischen den beiden Zeichen findet sich ein Punkt.”

Die Mitarbeiterin, die dieses graphologische Kunstwerk erhielt, wehrte sich und ging vor das Arbeitsgericht. Das Hessische Landesarbeitsgericht erklärte nun die Kündigung auch zweitinstanzlich für unwirksam (Urteil vom 22.03.2011, Az. 13 Sa 1593/10). Der simple Grund: Fehlende Schriftform!

Dass eine Kündigung schriftlich erfolgen muss, dürfte sich ja so langsam herumgesprochen haben. Dazu sollte man wissen: Gemäß den §§ 623, 126 Abs. 1 BGB bedürfen Kündigungen von Arbeitsverhältnissen der Schriftform und damit auch einer eigenhändigen Namensunterschrift des Ausstellers! Fehlt diese, ist die Kündigung immer nach § 125 BGB nichtig. Nun scheint das mit der Unterschrift so eine Sache zu sein. Während es Personalverantwortliche gibt, die ihren Namen in Schönschrift malen können, bevorzugen andere den ungestümen Füller-Ritt über das Papier ...

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