Verbot der Zwangsheirat - ist der neue § 237 StGB ein Papiertiger?

Es geht - unter anderem - um die kleinen, cleveren, flinken und freundlichen, perfekt deutsch sprechenden türkischen Mädchen mit den guten Schulnoten. Ihre Mütter werden vom anatolisch-patriarchalischen Vater daheim unter Verschluss gehalten. Sie gehen praktisch nie aus dem Haus und wenn, nur in Begleitung des Eheherrn. Deutsch sprechen diese Frauen nicht, weshalb die kleinen Töchter zum Einkaufen, zu den Behörden, einfach überall hin geschickt werden, um die Dinge des Alltags zu erledigen. Denn die kleinen Söhne sind - als die heranwachsenden Männer - für derartigen Alltagskram nicht zuständig. Irgendwann stellen die Partriarchen dann plötzlich fest, dass aus dem kleinen Töchterchen eine junge, 14 jährige Frau geworden ist, die hier in Deutschland erschreckend sozialisiert, Facebook- und SmartPhone-kundig ist, knallenge Jeans trägt, auf Justin Bieber steht, ein Tattoo will, von deutschen Jungs aus ihrer Schulklasse spricht und damit das Gegenteil von dem darstellt, was man sich in Anatolien unter einem braven türkischen Mädchen vorstellt. Und dann kommt der nächste große Familienurlaub in der Türkei. Und von dem kommt das Girl plötzlich - wenn überhaupt - tief verschleiert, lang bewandet und mit Sprechverbot außerhalb der Schule zurück. Verheiratet ist sie jetzt - mit einem jungen Mann vom Heimatdorf, den die Eltern für sie ausgesucht haben. Und dabei war jede Menge List und Zwang im Spiel, denn eigentlich wollte sie gar nicht "heim" fahren, weil ihr schon irgendwas schwante... Dem soll der neue seit 01.07.2011 in Kraft befindliche § 237 StGB jetzt abhelfen, der die Nötigung zu einer Zwangsheirat unter Strafe stellt. Er ist - wie das generell bei solchen Vorschriften so ist - gut gemeint, aber es wird sich weisen müssen, ob er wirklich funktioniert ...Zum vollständigen Artikel


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