Kiener-Prozess: 10 Jahre und 8 Monate Gefängnis - "Bin zufrieden"

Fast elf Jahre Haft für Helmut Kiener: Das Würzburger Landgericht hat den 52-Jährigen Aschaffenburger am Freitag wegen besonders schweren Betrugs, Urkundenfälschung und Steuerhinterziehung mit einem Schaden von rund 300 Millionen Euro zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 10 Jahren und 8 Monaten verurteilt.

Helmut Kiener genoss sichtlich seinen letzten öffentlichen Auftritt für lange Zeit: „Nichts Gutes“ erwarte er, gab er vor der Urteilsverkündung zu Protokoll. Gut gelaunt hielt er das Buch „Gauner muss man Gauner nennen“, das ihm ein Journalist mit Grüßen vom Autor Ulrich Wickert übergeben hatte, in die laufenden Fernsehkameras. Und auch eine gute Stunde später war der 52-Jährige, wieder umringt von Kamerateams und Journalisten immer noch überraschend gut gelaunt: „Ich bin mit dem Urteil zufrieden“, sagte er und bedankte sich öffentlich bei seinen Verteidigern.

Die Anklage legte Kiener zur Last, durch Manipulationen an seinen Hedgefonds „K1 Global“ und „K1 Invest“ knapp 5.000 Anleger und drei internationale Großbanken um 345 Millionen Euro gebracht zu haben. Ein Teil der Anklagevorwürfe wurde im Verlauf des Prozesses eingestellt. Die 5. Strafkammer mit ihrem Vorsitzenden Volker Zimmermann sah es nach fast fünfmonatiger Beweisaufnahme als erwiesen an, dass Kiener ein von Anfang an systematisch auf Betrug angelegtes so genanntes „Schneeballsystem“ aufgebaut hat. Um die Gewinne früherer Investoren auszahlen und hohe Provisionen kassieren zu können, mussten immer neue Anleger angeworben werden. „Darauf war das System angewiesen“, so Zimmermann ...

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