Kiener-Prozess: "Gewinnsucht und ein Stück weit Größenwahn"

Was Oberstaatsanwalt Martin Gallhoff ihm zu sagen hatte, dürfte Helmut Kiener gar nicht gefallen haben: Der Hedgefonds-Manager aus Aschaffenburg, der seit fast 5 Monaten vor dem Würzburger Landgericht auf der Anklagebank sitzt (wir berichteten ausführlich), sei bei seinen Betrügereien mit einer Skrupellosigkeit vorgegangen, "die ihresgleichen sucht", sagte Gallhoff in seinem Plädoyer am gestrigen 25. Verhandlungstag. Die Staatsanwaltschaft fordert 12 Jahre und 9 Monaten Gefängnis für den 52-Jährigen, der seit Oktober 2009 in Untersuchungshaft sitzt.

Die Verlesung der Anklage am 2. März dauerte gut 3 Stunden, das Plädoyer der Staatsanwaltschaft noch einmal rund 90 Minuten. Was sich in den über 20 Wochen dazwischen vor der 5. Strafkammer abspielte, sei selten spektakulär oder spannend gewesen, betonte Gallhoff: "Weil nichts wesentlich Neues zur Sprache kam, was nicht bereits in der Anklage zusammengefasst war." Für die Staatsanwaltschaft haben sich die Anklagevorwürfe in vollem Umfang bestätigt, auch wenn ein Teil davon mittlerweile eingestellt wurde.

Übrig bleiben 10 Fälle des besonders schweren Betrugs, 86 Fälle der gewerbsmäßigen Urkundenfälschung und 5-fache Steuerhinterziehung mit einem Gesamtschaden von immerhin noch knapp über 300 Millionen Euro. Gallhoff geht auch nach der Beweisaufnahme davon aus, dass Kiener ein von Anfang an auf Betrug ausgelegtes "gigantisches Schneeball-System" aufgebaut hat, in das immer mehr Menschen investieren mussten, um die Kosten zu decken und die Gewinne früherer Anleger auszahlen zu können ...

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