Strafgefangene verhaften. Macht Sinn.

Vor ein paar Monaten wurde der Mandant zu einer 5-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Inclusive U-Haft hat er davon noch nicht ganz ein Jahr abgesessen. Ihm wird nun vorgeworfen, die Zeit der Inhaftierung für neue Straftaten genutzt zu haben, indem er von innen andere draußen für ziemlich krumme Geschäfte gelenkt haben soll. So soll er ein eigenes kleines Büro mit einem illegalen Telefon in der Zelle geführt haben. So weit, so gut.

Man kommt ihm auf die Schliche, ermittelt (per Telefon- und Haftraumüberwachung – die JVA wußte Bescheid) und macht dann was? Genau, man erlässt einen Haftbefehl gegen ihn. Wegen Fluchtgefahr.

Das macht ja mal so richtig Sinn. Juristisch nennt man so etwas “Überhaft”. Das Problem ist nur, dass dem Mandanten durch den Status als U-Haftgefangener bestimmte Privilegien (ein Hohn, dieses Wort in dem Zusammenhang) entgehen. So gibt es Kontaktverbote, weniger Besuch von Verwandten pro Monat, weniger Arbeitsmöglichkeiten (also legale) und so fort. Mal ganz abgesehen von den Nebenbeschlüssen zur U-Haft, die in diesem Fall regelrecht Isolationshaftcharakter haben.

Nun mag es ja sein, dass es einen dringenden Tatverdacht gegen den Mandanten gibt ...

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