Unfallschadenregulierung – 130 % – 6 Monatsfrist

130 % Abrechnung bei unterbrochener 6 Monatsfrist nicht möglich.

Sofern der Reparaturschaden am Kraftfahrzeug (inkl. Wertminderung) im Rahmen der 130 % Grenze über dem Wiederbeschaffungswert liegt (s.g. 130 % Abrechnung) und der Geschädigte dennoch vollständig und fachgerecht repariert, erhält dieser die vollen Reparaturkosten. Hier muss das Fahrzeug jedoch 6 Monate weiter genutzt werden. (Der BGH (BGH VersR 09, 128) sieht in der Sechs – Monatsfrist aber keine Fälligkeitsvoraussetzung).

Das OLG Düsseldorf (I-1 U 144/10; 10.05.2011) hatte einen Fall zu entscheiden, bei welchem die sechs-Monatsfrist unterbrochen wurde. Der nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall Geschädigte hatte an seinem Fahrzeug einen Totalschaden. (Reparaturkosten: 16.700,00 , Wiederbeschaffungswert: 13.000,00 €, Restwert 5.800,00 €) erlitten.

Der Geschädigte beabsichtigte das Fahrzeug im Rahmen der 130 % Grenze zu reparieren, was laut Gutachten auch möglich war (Reparaturkosten im Rahmen der 130 % Grenze = 16.900,00 €). Nachdem der Geschädigte das nunmehr reparierte Fahrzeug zwei Monate weiternutzte, erwarb er einen Ersatzwagen. Das reparierte Fahrzeug übergab er einem Bekannten, der die laufenden Betriebskosten übernahm und das Fahrzeug auf seinen Namen zugelassen hatte. Der Geschädigte behauptete schließlich, es handele sich hier nur um eine Leihe.

Die gegnerische Haftpflichtversicherung regulierte lediglich auf Totalschadenbasis (Wiederbeschaffungswert abzgl. Restwert), da eine Weiternutzung nicht vorlag. Der Kläger verlangte sodann von der Versicherung den Ersatz der vollen Reparaturkosten. Das Oberlandesgericht kam jedoch zum Schluss, dass die Voraussetzungen für eine Abrechnung nach dem 130 % Modell nicht vorlagen, weil der Kläger sein besonderes Integritätsinteresse nicht nachgewiesen habe ...

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