Heirat per Telefon

Die Eheschließung fand am 24.02.2009 in Pakistan statt. Anwesend war nur die Braut (Pakistanerin). Der Ehemann (staatenlos) war aus Deutschland "telefonisch zugeschaltet". Vor Ort gab sein Onkel für ihn die notwendigen Erklärungen ab.

Die Eheleute trafen sich im Oktober 2009 erstmals persönlich.

Seinen Antrag auf Beurkundung der Eheschließung nach §§ 15, 35 PStG lehnte der deutsche Standesbeamte ab und legte die Sache gemäß § 49 II PStG dem AG vor.

AG und OLG gingen von einer wirksamen Eheschließung aus.

Gemäß Art. 11 EGBG ist eine Ferntrauung (Handschuhehe) möglich, wenn das Ortsrecht dies vorsieht, was in Pakistan der Fall ist.

Die Wirksamkeit einer solchen in Pakistan geschlossenen „Handschuhehe" wird in Deutschland auch dann anerkannt, wenn bei der Eheschließung keine notariell beglaubigte und den Heiratspartner genau bezeichnende Vollmacht vorlag, solange nur eine Willensvertretung, die jedenfalls dem deutschen ordre public, also den grundlegenden Gerechtigkeitsvorstellungen der deutschen Rechtsordnung zuwider liefe (Art. 6 EGBGB), den Umständen nach ausgeschlossen werden kann (KG, KGR Berlin 2004, 326) ...

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