Fremd bin ich eingezogen, fremd zog ich wieder aus

Mein Klagenfurt-Abenteuer ist vorüber, und obwohl ich viel Spaß hatte, viel gelernt habe und auch ziemlich beeindruckt war von der Skalpellführung mancher Juroren, hat sich doch ein anfängliches Grundgefühl zuletzt wieder ganz deutlich bestätigt: Ich bin da fremd.

Ich will nicht jammern, dass sie mich zu den Verlierern sortiert haben (natürlich will ich jammern, aber ich versuche, es nicht zu tun). Ich akzeptiere, dass die Kandidaten, die die Preise gekriegt haben, Preise gekriegt haben, wenngleich ich sie etwas anders verteilt hätte: Nina Bußmann war toll, Steffen Popp war toll, und Leif Randt ist zwar gruselig, aber kann wirklich eine Menge, Thomas Klupp ist überhaupt nicht gruselig und kann vielleicht sogar noch mehr, und gegen die Siegerin Maja Haderlap kann überhaupt und von vornherein schlechthin gar niemand etwas sagen, jedenfalls nicht laut.

Ich akzeptiere auch, dass Kunst etwas mit Selbstexpression zu tun hat. Ich akzeptiere, dass die Österreicher sehr wichtig finden, dass Österreicher gewinnen. Ich akzeptiere, dass die Jury, anders als das Publikum, überwiegend aus Leuten besteht, die wahnsinnig gut darin sind, hermetisch scheinende Texte aufzuschließen, und dass sich das auch in ihren Präferenzen niederschlägt. Ich akzeptiere, dass eine Geschichte über einen beziehungsgestörten Lehrer große Literatur sein kann (kein Sarkasmus, das meine ich ernst) ...

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