Webdesign: Mangel oder eine Frage des guten Geschmacks ?

Webdesigner haben es heutzutage nicht leicht: Baukästen wie etwa der von 1&1 ermöglichen es, eine Website mit verhältnismäßig überschaubarem Aufwand und Kenntnissen selbst zu erstellen. Hinzu kommt, dass jeder jemanden kennt, der jemanden kennt, der sich rudimentäre Kenntnisse angeeignet hat und eine Website zum Nulltarif oder für ein Handgeld erstellt. Die Folge: Kaum jemand ist bereit, einen an Aufwand und gestalterischer Qualität orientierten Preis zu bezahlen.

Meist hat der potentielle Kunde kaum Vorstellungen, wie seine Website aussehen soll, überlässt die Gestaltung vertrauensvoll dem Webdesigner und erwartet etwas Hochwertiges zum Discountpreis. Sobald der Entwurf fertig ist, hat der Auftraggeber regelmäßig und plötzlich viele Ideen und Änderungswünsche an dem Design, das ihm nicht wirklich gefällt.

Eine Konstellation, in der Rechtsstreit vorprogrammiert ist: Der Mehraufwand kostet Zeit und damit Geld, das der Kunde aber nicht bezahlen möchte. Wie sieht die Sache rechtlich aus?

Eine Vereinbarung zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber, wenn es darum geht, eine Website zu erstellen, ist ein Werkvertrag, das ist unschwer zu erkennen. Kommt es zur Kündigung oder zum Rücktritt durch den Auftraggeber, wird der Webdesigner seine ausstehende Vergütung einklagen müssen und das zuständige Gericht sich mit der Frage des guten Geschmacks oder der Mangelhaftigkeit im Rechtssinn zuwenden müssen.

Einen solchen Fall hatte das AG Celle (15a C 1978/10 vom 17.03 ...

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