Die entfernte Auflage auf der Sonnenliege – oder: die Reise nach Ägypten

Wird einem Gast das Gefühl vermittelt, nicht willkommen zu sein, kann dies einen Reisemangel darstellen. Die Entfernung der Auflage einer Sonnenliege, die gerade nicht genutzt wird, ist allerdings kein Mangel.

Der spätere Kläger buchte 2009 eine 7-tägige Pauschalreise nach Sharm-El-Sheik in Ägypten zum Reisepreis von 689 €. Reisezeit war Mitte September. Während seines Aufenthalts wurde von einer Sonnenliege, die er normalerweise benutzte, die Auflage weggenommen und einem anderen Urlauber gegeben. Zu diesem Zeitpunkt lag der Urlauber nicht auf der Liege. Die Auflage gehörte dem Hotel. Erst nach einer 30-minütigen Diskussion bekam der Urlauber die Auflage zurück.

Zwei Tage vor der Rückreise wurde am Abend auf einer Bühne Sketche aufgeführt. Bei einem Sketch sollten die unterschiedlichen Arten des Grüßens durch die verschiedenen Völker imitiert werden. Als der Gruß der Deutschen demonstriert werden sollte, gingen zwei Animateure im Stechschritt aufeinander zu. Beim Vorbeigehen erhoben sie den linken Arm und brüllten laut „Heil“.

Als der Reisende wieder zuhause war, verlangte er von dem Reiseunternehmen Minderung des Reisepreises und zwar 10 % des Gesamtreisepreises für das Entfernen der Auflage und 25% Nachlass vom Gesamtreisepreis für die Unannehmlichkeiten durch den Sketch. Außerdem war er der Meinung, ihm stünde auch ein Schadenersatz wegen entgangener Urlaubsfreude und wegen Verstoßes gegen das Diskriminierungsgesetz von mindestens 500 € zu. Das Reiseunternehmen zahlte allerdings nicht, da es die Vorfälle nicht als Mangel ansah.

Vor dem Amtsgericht München, vor das die Klage kam, erhielt der Urlauber allerdings nur zu einem geringen Teil Recht:

Im Hinblick auf den Sketch liege ein Reisemangel vor ...

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