“Verdeckte Stellvertreter, Strohmänner und Treuhänder”

Kling alles dubios und illegal. Oder? Nein, in Wahrheit stehen all diese Begriffe für zulässige Instrumente des deutschen Zivilrechts, für die es sinnvolle und legitime Anwendungsbereiche gibt. Natürlich kann man diese Instrumente auch missbrauchen (etwa zur Steuerhinterziehung), aber juristisch korrekt angewendet spricht nichts dagegen. Wann und wozu man einen Treuhänder benötigt (der wenig schmeichelhaft auch als “Strohmann” bezeichnet wird) und wie eine solche Muster-Treuhandvereinbarung aussehen kann, haben wir hier am Beispiel treuhänderisch gehaltenerGmbH-Geschäftsanteile dargestellt. Rechtstechnisch handelt es sich bei der Treuhand um eine verdeckte (mittelbare) Stellvertretung.

Der Begriff verdeckte (auch mittelbare, unechte oder stille) Stellvertretung bedeutet, dass jemand einem Geschäftspartner gegenüber im eigenen Namen auftritt, also zum Beispiel einen Gebrauchtwagen kauft, sich aber einem Auftraggeber gegenüber (im Innenverhältnis) bereits verpflichtet hat, den Wagen an ihn weiter zu übereignen. Warum macht man so etwas? Nun, vielleicht mag der Gebrauchtwagenhändler aus irgendwelchen Gründen den Herrn Müller nicht und würde diesem den Wagen nicht (oder zumindest nicht so günstig) verkaufen. Dann schickt Herr Müller eben Herrn Maier als seinen verdeckten Stellvertreter (meinetwegen auch Strohmann). Anders als bei der echten Stellvertretung, bei der der Stellvertreter mitteilt, dass er für jemanden anderen handelt und der Vertrag somit gleich direkt zwischen dem Gebrauchtwagenhändler und dem Vollmachtgeber zustande kommt, sind bei der verdeckten Stellvertretung zwei Transaktionen hintereinander geschaltet ...

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