Folgestudie zum nicht-bestimmungsgemäßen Gebrauch von Substitutionsmitteln vorgelegt

Das Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) der Universität Hamburg hat dieser Tage auf einer Pressekonferenz in Berlin erste Ergebnisse zu einer Studie zum nicht-bestimmungsgemäßen Gebrauch von Substitutionsmitteln in Deutschland vorgelegt. Die Studie schließt an eine Erhebung aus dem Jahr 2008 an. In zehn deutschen Städten wurden 404 Patienten im Umfeld von Substitutionspraxen und 420 Drogenabhängige in Szenenähe zu ihren Drogenkonsummustern, ihrem Substitutionsstatus und Gesundheitszustand befragt. Aus diesem Untersuchungsdesign ergeben sich vier Vergleichsgruppen: Substituierte, Nicht-Substituierte, die sog. “szenenah” und die sog. “praxisnah” Befragten. Die Gegenüberstellung der soziodemographischen Angaben der Befragten aus diesen Gruppen zeigt, dass die praxisnah Befragten und die Substituierten sozial deutlich besser integriert sind. So weisen die Befragten dieser Gruppen häufiger eine (formal höhere) abgeschlossenen Schulausbildung auf, sind häufiger in Voll- oder Teilzeit beschäftigt und verfügen über einen eigenen Wohnraum. In Praxisnähe wurden zudem ein höherer Anteil an Frauen erreicht. Die hier befragten Männer wie Frauen waren durchschnittlich älter und wiesen seltener einen Migrationshintergrund auf als die szenenah Befragten.

Primäres Forschungsvorhaben ist es, Aufschluss über den Umfang zu erlangen, in dem nicht verschriebene Substitutionsmittel konsumiert werden bzw. Substitutionsmittel nicht bestimmungsgemäß appliziert werden (d.h. intravenöse anstelle der vorgesehenen oralen bzw. sublingualen Applikation). Von den insgesamt 824 Befragten gibt fast jeder zehnter bzw. jeder fünfte an, innerhalb der letzten 24 Stunden bzw. der letzten 30 Tage Substitutionsmittel nicht bestimmungsgemäß verwendet zu haben. Erwartungsgemäß werden dabei die Substitutionsmittel deutlich häufiger von den szenenahen Befragten und den Nicht-Substituierten nicht bestimmungsgemäß verwendet ...

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