Tellerrand: Sechs von zehn Behörden in Deutschland fehlt Geld

Steuersenkungen? Die Finanznot der öffentlichen Verwaltung in Deutschland nimmt trotz konjunktureller Erholung und steigenden Steuereinnahmen weiterhin zu. Nach einer aktuellen Studie klassifizieren 61 Prozent der Entscheider in deutschen Behörden die Finanzentwicklung bis 2013 als derzeit größte Herausforderung. Besonders betroffen sind Landesbehörden. Aber auch die Kommunen planen Angesichts der angespannten finanziellen Situation weitere Einschnitte bei öffentlichen Leistungen. So stehen danach z.B. in NRW 70 % der Städte und Kommunen vor leeren Kassen.

Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Entscheider-Studie “Branchenkompass 2011 Public Services” von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Danach sehen in den Landesbehörden 85 % der dortigen Verantwortlichen die finanziellen Aussichten mit Sorge – doppelt so viele wie noch vor drei Jahren. In den Städten und Kommunen zeichnet sich in sechs von zehn Fällen ein ähnliches Bild ab. Allein 2010 stieg der von den Kämmerern verbuchte Fehlbetrag auf 7,7 Milliarden Euro an. Das ist ein Zuwachs von 500 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr.

Bund profitiert zuerst

“Der positive Trend am Arbeitsmarkt und die damit verbundenen Steuer-Mehreinnahmen gehen an den Städten und Kommunen vorbei”, sagt Peter Krolle, Verwaltungsexperte bei Steria Mummert Consulting. “Vom Lohnsteuerplus von 16 Prozent profitiert zunächst der Bund. Die Gewerbesteuer, die sich auf Kommunalebene niederschlägt, zieht bei gleichbleibender konjunktureller Entwicklung erst in ein oder zwei Jahren nach ...

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