„Kachelpanik“ Feindbild der rachsüchtigen Lügnerin

In der TAZ ist ein Kommentar von Ilse Lenz erschienen.

Seit dem Prozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann, der mit einem Freispruch des Angeklagten endete, ist in Internetforen und unter antifeministischen Bloggern ein neues Motiv aufgetaucht: das Bild des unschuldigen Mannes, der der falschen Beschuldigung einer rachsüchtigen Frau anheimfällt.

Wenn Frau Lenz meint, dieses Bild sei überraschend „neu aufgetaucht“ legt das die Vermutung nahe, dass ihr die Möglichkeit einer Falschbeschuldigung von Männern durch Frauen vorher noch nicht in den Sinn gekommen sein kann. Frau Lenz bezeichnet die Angst von Männer das Opfer einer Falschbeschuldigung zu werden demzufolge als „Kachelpanik“. Sie muss zwar zunächst selbst zugeben, dass der Fall Kachelmann in den Medien irgendwie nicht so toll gelaufen sei, trotzdem sei die zitierte Angst vor der „rachsüchtigen Frau“ unbegründet, denn:

Wer sich den heterosexuellen Alltag in deutschen Büros und Betten ansieht, wird schnell feststellen, dass diese Bilder wenig mit der Realität zu tun haben.

Sehr beruhigend. Was diese Bezugnahme auf den angeblichen Büroalltag nun belegen soll bleibt offen. Weil es nicht tagtäglich in unser aller Alltag zu echten oder angeblichen Vergewaltigungen kommt, besteht schon mal keine Gefahr unschuldig in die Mühlen der Justiz zu geraten? Soll das die Botschaft sein? Mit der gleichen Begründung könnte man ebensogut behaupten es gäbe keine Morde. Denn wer sich „den Alltag in Büros und Betten“ anschaut, wird auch hier relativ wenig Mordopfer antreffen

Auch Kachelmann – um beim Beispiel von Frau Lenz zu bleiben – hätte aus seiner persönlichen Alltagserfahrung heraus wohl kaum vermutet innerhalb kurzer Zeit Job, einen Großteil des Vermögens, sein Recht auf Privatleben, seinen guten Ruf und zeitweise sogar seine Freiheit zu verliern. Wohlgemerkt trotz Freispruch ...

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