Bommi, der “ehrliche” Anarchist

Niederschrift Baumann über Verena Becker, 1973. Quelle: BStU

Ich komme nochmals auf die Aussage von Michael „Bommi“ Baumann im Verfahren gegen Verena Becker zurück: Nachdem Baumann seinerzeit mehrfach darauf hingewiesen hatte, seine Angaben über frühere Terroristen seien ja auch alle „bei der Stasi“ nachzulesen, habe ich seine Akten bei der Stasi-Unterlagen-Behörde (früher Gauck- und Birthler-, inzwischen Jahn-Behörde) eingesehen. Und Baumanns Angaben zu Verena Becker aus dem Jahr 1974 gefunden:

Unter der Überschrift „Niederschrift über Verena Becker“ notierte Baumann 1973 auf einem Blatt Papier handschriftlich, was er damals über Verena Becker wusste. Zuvor hatte Baumann eine wohl eher unangenehme Begegnung mit der Staatssicherheit der DDR. Eine kleine, aber bezeichnende Episode des „Kalten Krieges“.

Michael Baumann reiste am 9. November 1973 unter falschem Namen mit gefälschten Papieren aus der damaligen Tschechoslowakei („CSSR“) kommend in die DDR ein. Doch seine Papiere waren nicht gut genug: Die Fälschung flog auf, Baumann wurde festgenommen und gab seine wahre Identität zu erkennen. Die Staatssicherheit wurde eingeschaltet, er kam in die Haftanstalt Hohenschönhausen (das berüchtigte Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit). Es erging ein Haftbefehl gegen ihn und die Stasi baute offenbar eine erhebliche Drohkulisse auf: Wenn er nicht aussage, drohe ihm eine Verurteilung ...

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