„Freuen Sie sich auf Ihr Kind“ – (jetzt doch) Schadensersatz!

Der längste Diskriminierungsmarathon der deutschen Rechtsgeschichte ist (vorläufig) zu Ende. Als erste durch das Ziel geht die Arbeitnehmerin. Sony, ihr Arbeitgeber, ist niedergerungen.

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat seine dritte (!) Entscheidung zum Fall einer schwangeren Sony-Mitarbeiterin verkündet (Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 28. Juni 2011 – 3 Sa 917/11). Sie hatte sich um eine Beförderung beworben. Als sie die Stelle nicht bekam und nach den Gründen fragte, soll der Schwangeren beschieden worden sein, sie solle sich auf ihr Kind freuen. Das Kind kommt jetzt in die Schule, denn das Ganze fand 2005 statt. Sie sah darin eine Geschlechterdiskriminierung und klagte eine Entschädigung ein. Wir haben das Ping-Pong, das dann folgte, bereits kommentiert: Sie verlor beim Landesarbeitsgericht, das BAG hob auf, verwies zurück, das LAG änderte Begründung, aber nicht Ergebnis, das BAG hob wieder auf, verwies wieder zurück. Jetzt geht dem LAG die Puste aus: Die Klägerin bekommt eine Entschädigung im „unteren fünfstelligen Bereich“ – man darf auf 15.000,00 EUR tippen.

Es ist ganz einfach: Eine unbedachte Äußerung der zitierten Art schafft ein Indiz. Das muss der Arbeitgeber widerlegen. Es ist ihm misslungen. Die Revision wurde nicht zugelassen.

Fragt sich nur: Wie soll man da einen Gegenbeweis antreten? Wir erinnern mal an die zweite Begründung des LAG ...

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