The road to hell (XI): China kopiert gleich ein ganzes österreichisches Dorf / Zu dem Urheberrechtschutz von Architektur

Wer bereits weite Teile Afrikas neukolonialisiert hat (vgl. hier und hier), die eigene Øre als Weltwährung präsentiert (hier) und im Herzen des Erzfeindes eine Industriestadt als strategischen Brückenkopf angemeldet hat (hier), der - mag man glauben - hat alles was es braucht, um noch größer zu sein als Dirk Nowitzki. In diesen Tagen lernt man jedoch, dass sich wahre Seelenruhe bei bestimmten Asiaten erst einstellt, wenn Eiffelturm & Co. im eigenen Garten stehen. Und so hat man aus dem Reich der Mitte das staatliche Kulturkomitee nach Österreich geschickt, um die nicht gerade Not leidende landeseigene Architektur mit fremden architektonischen Errungenschaften aufzubessern. Dies führte zu dem zweifelhaften Ergebnis, dass es demnächst auf dieser Erde gleich das doppelte Hallstadt geben wird: Das Original im Land der notorischen Almdudler, das “andere”, etwas weiter östlich, im chinesischen Guangdong (hier). Es stellt sich die Frage, ob sich Original-Hallstadt gegen diesen Affront zur Wehr setzen sollte und juristisch überhaupt kann.

Touristisch halten wir die Entwicklung für weit weniger alarmierend als die Hallstädter: Zwar werden die Piefkes nun busladungsweise ihren Wochenendurlaub in Hallstadt stornieren und stattdessen kurzentschlossen das Paket aus 13-stündigem Linienflug nach Hongkong und 4-stündiger Bustour durchs wilde Pekingstan buchen. Doch werden sich auch etwa 1,3 Mrd. Chinesen in umgekehrter Richtung auf den Weg machen, um zur Abrundung des Tagesausflugs das abgekupferte Original in Österreich zu besichtigen. Die für diesen Kulturaustausch benötigten mehr als 1,5 Mio. Airbus 380-800 stehen bereit. Das Hallstädter Problem der abwandernden Touristen ist damit gelöst ...

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