Therapie beim MDMA-Doktor

Eine Revision gegen ein Urteil des Landgerichts Berlin war erfolgreich. Der Rechtsanwalt hatte in der Revision gerügt, dass das Landgericht Berlin den Angeklagten, einen Arzt, wegen Körperverletzung verurteilt hatte, obwohl seine Patienten an seiner Behandlung (sog. psycholytische Sitzungen) freiwillig teilgenommen hatten.

„Nach den Feststellungen des Landgerichts führte der Angeklagte, ein auf psychotherapeutische Behandlungen spezialisierter Arzt, sog. psycholytische Sitzungen durch. Bei diesen Gruppensitzungen werden die Patienten - so der Ansatz der Psycholyse - durch Drogen in ein Wachtraumerleben der Objektumgebung versetzt. Ziel dieser in Deutschland wissenschaftlich nicht anerkannten Methode soll es sein, an unbewusste Inhalte der Psyche zu gelangen.

Am 19. 9. 2009 führte der Angeklagte mit einer Gruppe von 12 Personen eine Intensivsitzung durch. Nach einer „Einstimmungs- und Befindlichkeitsrunde" stellte er die zur Einnahme bereitgehaltenen Substanzen Neocor und MDMA vor. Nachdem der Angeklagte an 9 der Gruppenmitglieder zunächst eine Tablette des nicht als Arzneimittel zugelassenen Neocor verabreicht hatte, fragte er, wer von den Anwesenden MDMA einnehmen wolle. Daraufhin meldeten sich 7 Mitglieder der Gruppe, darunter die später verstorbenen A und B. Von dem MDMA, das von dem Nebenkläger X beschafft worden war, sollten 6 Mitglieder der Gruppe, die sich zur Einnahme entschlossen hatten, 120 mg, der Nebenkläger X 140 mg erhalten. Der Angeklagte übernahm das Abwiegen des Rauschgifts. Dabei wunderte er sich zwar über das Volumen der abgewogenen Menge, verließ sich aber auf die Anzeige seiner Waage. Tatsächlich übergab er an die zum Drogenkonsum bereiten Gruppenmitglieder jedoch mindestens die zehnfache Menge. Etwa 10 bis 15 Minuten nach der Einnahme kam es bei diesen zu heftigen körperlichen Reaktionen ...

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