„Deutsch lernen!“ (weiterhin) ≠ Diskriminierung

Das BAG hat gestern endgültig über den (bereits besprochenen) Fall aus Schleswig-Holstein entschieden, in dem eine Kassenkraft auch nach 14 Jahren erhebliche Verständigungsschwierigkeiten außerhalb ihrer Muttersprache (Kroatisch) hatte. Der Arbeitgeber hatte schließlich abgemahnt, weil sie keinen Deutschkurs machen wollte – schon gar nicht auf eigene Kosten.

Sie sah darin eine Diskriminierung wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit und wollte 15.000 EUR Schadensersatz, § 15 AGG. Vergeblich, wie in den Vorinstanzen.

Das BAG begründet das damit, dass jede Art von Sprachkenntnis verlangt werden kann, wenn sie jobrelevant ist – auch deutsche Sprachkenntnisse sind da gerade kein Sonderfall. Es muss nur deutlich werden, dass es sich um eine notwendige und keine schikanöse Anforderung handelt. Dass man sich mit den Kunden überhaupt verständigen kann, ist wahrlich keine schikanöse Anforderung.

Selbstverständlich? Nein. Denn solche knappen Aussagen geben leicht Anlass zu Missverständnissen. Hier wollte der Arbeitgeber wirklich nur operative Sprachkenntnisse. In einem anderen Fall hielt das Arbeitsgericht Berlin die Anforderung an „akzentfreies“ Deutsch bei einer Pförtnerin für diskriminierend – ohne Akzent müsse man am Empfang nicht sprechen können. Das beißt sich gerade nicht mit der neuen BAG-Entscheidung, sondern liegt exakt auf ihrer Linie ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK