UDRP: "octopus.com" oder "über den Umgang mit werthaltigen Domainnamen"

Erst jüngst wurde vor der Weltorganisation für Geistiges Eigentum (WIPO), einem der insgesamt vier Streitbeilegungsanbieter für Verfahren nach der Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP), ein interessantes Verfahren um den Domainnamen "octopus.com" entschieden (Octopustravel Group Limited v. Alexander Rosenblatt aka Yana Belkova, WIPO Case No. D2011-0417), interessant nicht zuletzt deshalb, weil es sich bei "Octopus" um einen beschreibenden Begriff handelt und der Domainname bereits im Jahre 1986 als 42. Domainname überhaupt erstmals registriert wurde, 13 Jahre vor der Gründung der Beschwerdeführerin. Was auf den ersten Blick wie eine glatte Fehlentscheidung klingt und entsprechend auch in einigen Weblogs und Foren kommentiert wurde (siehe hier und hier) entpuppt sich bei näherer Betrachtungsweise als konsequente Umsetzung der Regelungen der UDRP und derer Ausgestaltung durch die Schiedsgerichte in den letzten 12 Jahren seit Einführung der UDRP. Zunächst erscheint schon fraglich, wie ein Domainname, der zu einem Zeitpunkt registriert wurde, zu dem die Beschwerdeführerin noch gar nicht existierte, bösgläubig im Hinblick auf deren Markenrechte registriert worden sein soll, wie von § 4(a)(iii) der UDRP ("your domain name has been registered and is being used in bad faith") gefordert. Allerdings zählt in diesem Zusammenhang nicht nur die erstmalige Registrierung, vielmehr ist regelmäßig auch eine nachträgliche Übertragung eines Domainnamen an einen Dritten als Registrierung im Sinne der UDRP anzusehen, wie das Schiedsgericht richtigerweise festgestellt hat (vgl. auch Substance Abuse Management, Inc. v. Screen Actors Modesl [sic] International, Inc. (SAMI), WIPO Case No. D2001-0782; PAA Laboratories GmbH v. Printing Arts America, WIPO Case No. D2004-0338) ...Zum vollständigen Artikel


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