Bundeskanzlerin tritt zurück: Beweiswert von Screenshots

Häufig kommt man nicht umhin, zur Beweissicherung Screenshots anzufertigen. Wegen des numerus clausus der Beweismittel im Strengbeweisverfahren ist der Beweis durch richterliche Inaugenscheinnahme des selbstgefertigten Screenshots anzutreten, und zwar wie folgt: Ist ein elektronisches Dokument Gegenstand des Beweises, wird dieser angetreten, indem die Datei vorgelegt oder übermittelt wird, § 371 Abs.1 S.2 ZPO. In der Praxis hat sich aber bewährt, darüber hinaus einen Papierausdruck vorzulegen.

Ein Screenshot ist letztlich nicht mehr als eine andere Form der Fotografie eines bestimmten behaupteten Zustands. Bewiesen wird nur der Inhalt des Bildschirms zum Zeitpunkt der Beweiserstellung, und soweit die sich aus dem Screenshot ergebenden weiteren Tatsachenbehauptungen hinreichend bestritten werden, hat das Gericht gegebenenfalls angebotene weitere Beweismittel heranzuziehen.

Wie sieht die Sache nun rechtlich aus? Sind Screenshots vor Gericht erfolgreiche Beweismittel?

Ja und nein, je nach Einzelfall, muss man wohl sagen. Das Gericht muss nach Inaugenscheinnahme des Screenshots, also durch sinnliche Wahrnehmung, davon überzeugt sein, dass vernünftige Zweifel an dessen Beweisinhalt nicht geboten sind ...

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