Nebenstrafen nicht vergessen

Am Ende eines Strafverfahrens steht in einigen Fällen nicht nur eine Strafe in Form einer Geld- oder Haftstrafe. Mit so einem Urteil können zusätzlich weitere Folgen verbunden sein. Im Prinzip eine Strafe neben der Strafe. “Nebenstrafe” ist formal ein unkorrekter Begriff, da das Strafgesetzbuch von Nebenstrafe nur bei einem Fahrverbot bis zu drei Monaten redet. Aber es kann auch drastischer kommen:

Klassiker, die man schon an der Uni beigebracht bekommt, kommen aus dem Beamtenrecht: Wird ein Beamter zu einer Strafe von mindestens einem Jahr, egal ob mit oder ohne Bewährung, verurteilt, dann ist er danach kein Beamter mehr. Automatisch. Da muss man halt als Verteidiger (und als Gericht!) dran denken.

Es gibt aber noch weitere Situationen mit mehr praktischer Relevanz: Bei Ausländern zum Beispiel, die bislang nicht vorbestraft waren und keine Aufenthaltserlaubnis, sondern nur eine Duldung haben, konnte eine Strafe von mehr als 50 Tagessätzen schon übel sein. Denn es gibt im Ausländerrecht gelegentlich sogenannte “Altfallregelungen”, wonach Ausländer mit Duldungsstatus, die schon viele Jahre in Deutschland sind und Arbeit haben, eine Aufenthaltserlaubnis bekommen. Jedoch nicht, wenn ein Familienmitglied eine Strafe von mehr als 50 Tagessätzen Geldstrafe bekommen hat. Wer mal leichtfertig so etwas kassiert, ist raus aus dieser Altfallregelung. Muss man auch wissen ...

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