Medien, Menschenbilder und die Quoten

Er macht ein wenig von sich reden. Und sorgt für Gesprächs- und Zündstoff durch polarisierende Statements, noch bevor er nach seiner Tätigkeit als Programmdirektor ab März 2012 die Position des Intendanten einnehmen wird. Letzteres soll ja eigentlich eher das „Stil“-Mittel der Privaten sein, so Quote machen zu wollen. Aber wenn ein öffentlich-rechtlicher Sender genau diejenigen als Gäste in Gottschalks Abschieds-Show einlädt, die dort ebenso (beileibe weder zufällig noch unkalkuliert) massgeblich mit zur Quote der Sendung beitrugen, wie sie es sonst gerade bei den Privaten tun, dann ist es vielleicht weder konsequent, noch berechtigt, noch besonders elegant, RTL oder die privaten Sender eines fragwürdigen Menschenbildes zu zeihen – ausgerechnet in und mit den Sendungen eben dieser Gäste. Beim Mallorca-“Wetten, dass..?“ fanden sich bei Thomas Gottschalk als Gäste u.a. „DSDS“-Chefjuror Dieter Bohlen,der diesjährige Sieger Pietro Lombardi und die Zweitplatzierte Sarah Engels im ZDF. Mit anderen Worten: Die Sendungen von RTL oder der Privaten generell und das daran zu kritisierende Menschenbild ist pfui, aber die Quoten-Garantie mit der Einladung ihrer Protagonisten für Sendungen des eigenen Senders nutzen zu wollen ist okay?

Ob der Verzicht auf internationale Gäste – die btw eines der Markenzeichen und Lockstoffe von Gottschalks Quoten- und Sympathie-Erfolg und der Sendung „Wetten dass“ waren – und ihre Einschätzung als „austauschbar“ durch Bellut dem bevorstehenden neuen Konzept der Sendung förderlich sein werden, darf als fraglich angesehen werden ...

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