Die Zeugin und die Puppe

Es ging mal wieder um Bedrohung, Freiheitsberaubung und was so dazu gehört. An einem Amtsgericht. Der Angeklagte jedenfalls bestreitet die Tat. "Nein. Die Zeugin würde Unsinn erzählen. Die hat sie doch nicht alle". Die Zeugin... . Ok. Es lag auf der Hand, dass die Zeugin aus einem Fenster ohne Vorwarnung sprang und dies sogar noch überlebte. Das steht fest. Doch ein Zeuge bekundete, dass die Zeugin völlig ohne Vorwarnung aus dem Fenster gesprungen sei. "Die hat sie doch nicht alle", so der Wortlaut des Zeugen. Die Zeugin. Eine junge Dame, Ende 20. Auffällig schmal, zierlich, klein. Auffällig unauffällig. Aber doch die Kronzeugin der Anklage. Denn sonst gibt es keine Zeugen, außer eben die Zeugen, die entlastend sagen, dass die einfach "so" aus dem Fenster gesprungen war, ohne Grund und Vorwarnung. Aber entlastende Aussagen zählen nicht, also weiter: Zeugen wurden gehört, die eben über die Zeugin berichten. Und das war nicht uninteressant. So erzählten mehrere Zeugen davon, dass die Zeugin recht auffällig sei und "nicht ganz dicht". Warum, wurde gefragt. "Na, weil die Bekloppte immer ihre Puppe dabei hat und mit ihr spricht". Aha. Die Zeugin spricht mit ihrer Puppe ? "Ja, den ganzen Tag. Die gibt ihr sogar die Brust!". Aha. freies Foto, nicht von der Puppe der Zeugin ! Aber so stelle ich mir die Puppe vor. Dies ist in der Tat (zumindest aus Verteidigersicht) ungewöhnlich. Und das die Zeugin dann die Kronzeugin ist, macht es nicht besser. Aber "Hey" ...Zum vollständigen Artikel

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