dDoS-Erpessung, Lady-Gaga-Hacker - Internetkriminalität trifft Justiz

Lange wurde über kriminelle Phänomene der Online-Welt in Ermangelung entsprechender Fälle beinahe im luftleeren Raum diskutiert – in dieser Woche hat sich das jedoch geändert. In gleich zwei Prozessen durfte sich die deutsche Strafjustiz mit Internetkriminalität auseinandersetzen; einer der Fälle hat wohl ob seines Promi-Faktors sogar das Interesse der Mainstream-Medien abseits von Heise, Wired & Co. geweckt.

Aus juristischer Sicht interessanter war jedoch der Fall von dDoS-Erpressungen, der vom LG Düsseldorf bereits im März verhandelt worden war; seit dieser Woche lag nun das schriftliche Urteil vor. Der Täter hatte über ein Netzwerk ferngesteuerter Rechner von unbeteiligten Dritten, also ein sogenanntes Botnetz, die Server von Pferdewetten-Anbietern lahmgelegt, nachdem diese die geforderte Summe zur Verhinderung entsprechender Attacken nicht bezahlten. Dabei hat sich das LG Düsseldorf, das den Täter auch wegen Erpressung verurteilt hat, der überwiegenden Meinung in der Literatur – und entsprechenden Vorstellungen des Gesetzgebers folgend – angeschlossen, lapidar die Strafbarkeit nach § 303b StGB festgestellt und damit die Chance verstreichen lassen, dem Tatbestand etwas mehr Konturen zu verleihen. Denn beim Übermitteln von Daten handelt es sich um eine nicht nur sozial adäquate, sondern für die Kommunikation zwischen Server und Client völlig typische und unabdingbare Handlung, die lediglich vor dem Hintergrund der geforderten Nachteilszufügungsabsicht überhaupt strafwürdig erscheinen kann ...

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