LAG Schleswig-Holstein bestätigt den Grundsatz. “Wer Zeiterfassungsdaten manipuliert, riskiert seinen Arbeitsplatz”

1. Eine systematische Manipulation von Zeiterfassungsdaten erweist sich als schwerwiegende arbeitsvertragliche Pflichtverletzung, die grundsätzlich geeignet ist, eine fristlose Kündigung zu rechtfertigen. Das gilt auch dann, wenn der Arbeitnehmer einen anderen anweist die Zeiterfassung nicht zu bedienen bzw. zu manipulieren. 2. Ein einmaliger Verstoß gegen die Anweisung zur Zeiterfassung kann hingegen eine Kündigung (weder fristlos noch ordentlich) rechtfertigen, wenn ein 58jähriger Arbeitnehmer, der seit 1978 angestellt war, einen Auszubildenden anweist die Arbeitszeit (Hilfestellung von 1 Minute) nicht zu erfassen.

Dies hat das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein in seinem gestern veröffentlichen Urteil vom 29.03.2011 entschieden (2 Sa 533/10)

Hier wurde ein Kündigungsgrund wohl gesucht…

mitgeteilt von Rechtsanwalt Marcus Bodem Fachanwalt für Arbeitsrecht Berlin Der Fall (Pressemitteilung des LAG): Im Unternehmen der Beklagten, einem Neumünsteraner Autohaus und Werkstattbetrieb, arbeiten die Monteure, so auch der Kläger, u.a. im Leistungslohn, der nach sogenannten festgelegten Arbeitswerten (AW) pro Stunde abgerechnet wird. Für diese Arbeiten müssen sich die Arbeitnehmer jeweils in ein Zeiterfassungssystem einstempeln. 12 Arbeitswerte pro Stunde entsprechen dabei 100 %. Sofern an den Auftragsarbeiten ein Auszubildender mitarbeitet, erhöht sich der AW auf 14 bzw. 16 AW je Stunde. Am 12.03 ...

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