Knastranking

In dieser Woche war ich neben allen anderen Terminen wieder einmal viel in den Knästen des Landes unterwegs. Genauer gesagt des Landes NRW. Es reicht ja schon als bloßer Besucher, der auch noch professionell in diesen Anstalten unterwegs ist, um danach genügend deprimiert zu sein. Interessant ist aber der Umstand, wie unterschiedlich jeder einzelne Knast doch ist. Sagen wir mal so: Müsste ich selber einfahren, dann hätte ich schon gewisse Wunschvorstellungen, wohin die Reise gehen soll. Das Spektrum ist schon sehr weitläufig – von den “Haftanstalten des offenen Vollzugs”, von denen es eine Reihe in Ostwestfalen gibt über mehr als hundert Jahre alte und sich in entsprechendem Zustand befindende Gebäude wie etwa in Bochum bis hin zu Massenunterkünften wie in Köln.

Soweit ich weiß, hat die Evaluation in den Haftanstalten noch keinen Einzug gefunden. Wenn ich aber ein Ranking machen müsste anhand der Angaben meiner Kundschaft und meiner eigenen Eindrücke, dann wäre (aus meiner NRW-Erfahrung) die JVA Siegburg ganz weit hinten angesiedelt. Ein uralter Kasernenbau, der heute die Massen abfertigt. Unterteilt in ein Gebäude für Jugendliche und eines für Heranwachsende, wobei wohl auch in geringerem Umfang Erwachsene dort einsitzen. Eine Haftanstalt, deren Ziel es eigentlich sein sollte, die dort einsitzenden Jugendlichen nicht nur zu bestrafen, sondern Erziehung oder Hilfe bei der Resozialisierung zu vermitteln ...

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