ZDFzoom und der rechtsfreie Raum Internet

Das ZDF hat in den letzten Wochen das neue Format “ZDFzoom” in seinem Programmschema untergebracht. Unter diesem Namen sollten Dokumentationen, die einst tief in der Nacht oder auf Spartenkanälen versteckt waren, prominent am Mittwoch Abend im Hauptprogramm gezeigt werden (siehe DWDL-Meldung). Das ZDF will damit seinem Auftrag auf anspruchsvolles Fernsehen gerecht werden. Mehr als eine Absichtserklärung scheint es allerdings nicht zu sein, wie man an der gestrigen Ausgabe von ZDFzoom gesehen hat.

ZDFzoom brachte gestern Abend die Sendung “Hilfe, ich bin nackt!” (nachzusehen in der Mediathek des ZDF). Die Sendung wollte dokumentieren, was wir (unbescholtenen) Bürger und ZDF-Zuschauer im Netz über uns preisgeben und andere mit diesen Daten anfangen können. In den Zeiten der Datenschutzskandale ein durchaus interessantes Thema, das sicherlich abendfüllend wäre, wenn sich mit dem Thema differenziert auseinandersetzen wollte.

Doch dafür ist in 29 Minuten keine Zeit, deshalb versuchte das ZDF in diesem hippen Format, mit der betroffenen jungen Moderatorin auch gar nicht. Stattdessen wurde kontinuierlich ein Bedrohungsszenario gestrickt, das dem der Zuschauer nur einen Schluss offen ließ: Das Internet ist Teufelszeug. Oder wie ein städtischer Standesbeamte unwidersprochen am Ende sagen durfte: “Das Internet ist ein rechtsfreier Raum, das weiß doch jeder” ...

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  • Frey plant gemeinsame Marke für Dokumentationen

    dwdl.de - ZDF-Chefredakteur Peter Frey will die neue Struktur des Abendprogramms dazu nutzen, um die Dokumentationen des Senders unter eine gemeinsame Marke zu stellen. Zugleich kündigt er an, die schwächelden "heute"-Nachrichten am Vorabend stärken zu wollen.

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