Filesharing: Urheberrechtliche Auskunftsansprüche gelten auch im Ausland

Wie die Kollegen von Dr. Damm & Partner berichteten, hat das OLG Köln mit Urteil vom 25.03.2011 entschieden, dass auch gegen einen Schweizer Sharehoster Auskunftsansprüche bestehen können, die in der Schweiz durchgesetzt werden können.

Zunächst hat das Gericht seine internationale Zuständigkeit bejahte, Art. 5 Nr. 3 Lugano-Abkommen, da auch auf deutschem Territorium ein Schaden durch die Urheberrechtsverletzung als unerlaubte Handlung eingetreten sei.

Im Anschluss kamen die Richter zu dem Ergebnis, dass deutsches Recht zur Anwendung gelangt:

Art. 40 Abs. 1 S. 2 EGBGB räumt der Antragstellerin für deliktische Ansprüche ein Wahlrecht dahin ein, dass das Recht des Staates angewandt wird, in dem der Handlungserfolg eingetreten, hier also das in Anspruch genommene Recht der Antragstellerin verletzt worden ist.

Da, nach (richtiger)Ansicht der Richter, deutsches Recht auch im vorliegenden Fall einer „grenzüberschreitenden Verletzungshandlung“ anwendbar ist sahen die Richter es als erwiesen an, dass auch gegenüber dem Sharehoster ein Auskunftsanspruch nach § 101 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 UrhG besteht. Denn der Sharehoster erbringe in gewerblichem Ausmaß für rechtsverletzende Tätigkeiten genutzte Dienstleistungen. Dies geschah indem der Sharehoster indem die Nutzer Urheberrechtsverstöße begehen konnten und zwar durch das Anbieten hochgeladener Filme beim Plattforminhaber auf einer dritten Internetseite ...

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