Gericht legt Branchenbuchabzocker "Halzband" an

Komische Überschrift mit Rechtschreibfehler? Mitnichten! Wir alle kennen die Schreiben, in denen Gewerbetreibenden rechnungsähnliche Schreiben übersandt werden, mit denen in Wirklichkeit für einen Eintrag in ein oftmals wertloses Online-Branchenverzeichnis geworben wird. Dahinter steckt das Kalkül der versendenden Firma, dass in der täglichen Hektik des Geschäfts die "Rechnung" gezahlt wird. Der betroffene Gewerbetreibende hat dann gegen Zahlung eines nicht geringen Entgelts einen Eintrag in einem nicht schlecht auffindbaren Online-Verzeichnis - und vielleicht noch gleichzeitig einen 2-Jahres-Vertrag hierüber. Das Ganze ist ein Ärgernis, grenzt an Betrug und ist oftmals schwer zu verfolgen - insbesondere weil die beteiligten Firmen gerne (formal) vom Ausland aus tätig werden und sich hinter einer Kette von Verantwortlichkeiten verstecken. Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt hat hier eine (zumindest für Juristen) interessante Entscheidung getroffen. [Das nun Folgende könnte ein wenig juristisch werden - ich habe aber versucht, das Thema so lesbar wie möglich darzustellen.] Die beklagte Frau war "director", eine Art Geschäftsführer, der Firma A, diese Firma wiederum "director" der Firma B - alle waren in England ansässig. Das sieht in der Grafik so aus: Firma A war von Firma B beauftragt worden, sich um die Geschäftsführung der Firma B zu kümmern. Die Beklagte hatte keine Ahnung vom Versand der rechnungsähnlichen Angebote. Ein Wettbewerber - also wohl ein Branchenbuchanbieter - forderte von der Beklagten, keine weiteren Angebote dieser Art mehr zu versenden. 1. Frage: Kann die Frau in Deutschland verklagt werden? Zuerst war zu klären, ob überhaupt in Deutschland geklagt werden konnte, wo doch die Beklagte und auch die Firmen A und B in England ansässig waren. Das Gericht ging nach Art. 2 Nr ...Zum vollständigen Artikel


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