Eine Scheibe Leberkäse

Im letzten Jahr hatte ich eine Mandantin zu vertreten, welche nach über 20 Jahren Tätigkeit als Pflegeschwester für eine Caritative Vereinigung fristlos gekündigt wurde, weil sie am Arbeitsplatz eine Scheibe Leberkäse entwendet hatte, welche zur Entsorgung im Schweineeimer vorgesehen war. Außerdem hatte sie wohl noch 2 Flaschen Wasser mitgehen lassen.

Zweifellos handelt es sich hierbei um einen Diebstahl und obliegt es auch dem Arbeitgeber als Eigentümer, was er mit seinem Leberkäse anstellen will. Mitnehmen jedenfalls durfte meine Mandantin weder den Leberkäse, noch die Wasserflaschen. In strafrechtlicher Hinsicht kriegt man das relativ schnell gelöst, ohne hierbei über vertiefte juristische Kenntnisse zu verfügen. Fraglich war allerdings, ob dieser Vorfall auch eine fristlose Kündigung nach über 20 Jahren Tätigkeit ohne jegliche Beanstandung rechtfertigen würde. Das dazugehörige Strafverfahren wurde nach einem kurzen Schreiben meinerseits ganz schnell wegen Geringfügigkeit eingestellt, wodurch die strafrechtliche Seite für meine Mandantin sodann auch erledigt war. Arbeitsrechtlich rechtfertigt ein derartiger Vorfall im Vergleich zu der langen vorherigen Arbeitszeit, welche ohne jegliche Beanstandung verlaufen ist, eine fristlose Kündigung nicht ...

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