Überschuldung: vom Schmuddelthema zum medialen Zugpferd

Mit der RTL-Dokuserie -Raus aus den Schulden- und Schuldnerberater Peter Zwegat fing es an. Die finanzielle und persönliche Situation überschuldeter Personen und Familien wurde regelmäßig öffentlich, wobei sich Peter Zwegat öfter als moralischer Oberlehrer mit erhobenem Zeigefinger inszenierte. Die in der Sendung dargestellten Hausbesuche sind zwar in der öffentlichen Schuldnerberatung und auch in unserer Kanzlei überhaupt nicht die Regel, aber nur so konnte das neugierige “gespannte” Fernsehpublikum einmal durch das Schlüsselloch in die Privatsphäre ziemlich heruntergewirtschafteter Existenzen schauen, was der Einschaltquote sicherlich gut tat.

Weniger gut geeignet war die Serie, um ein realistisches Bild der täglichen Arbeit bei den öffentlichen Schuldnerberatungsstellen und Anwaltskanzleien abzugeben. In aller Regel kommt ein Schuldnerberater eben nicht nach Hause, wohl aber der eine oder andere unseriöse Trittbrettfahrer der Branche. Der Schuldner muss also besser schon selbst aktiv werden.

Auch wird ein seriöser Schuldnerberater bzw. eine beauftragte Anwaltskanzlei nicht primär den persönlichen Lebenswandel seiner “Mandanten” bewerten und kommentieren, sondern sich als finanzieller Ratgeber auf die Sache konzentrieren, also prüfen, inwieweit die Vermeidung einer Privatinsolvenz durch Vergleich ggf. möglich ist bzw. die formalen Schritte in die Privatinsolvenz begleiten.

Außerdem ist das Problem der Überschuldung durchaus nicht nur ein “Unterschichten”-Thema mit Durchschnittseinkünften unterhalb der Pfändungsgrenze und Menschen, die beim Einmaleins schon so ihre Schwierigkeiten haben ...

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