Gericht: DDoS-Attacken sind strafbar

In letzter Zeit traf es Kreditkartenfirmen, das BKA, die GVU und die spanische Polizei. Ihre Webseiten waren einige Zeit nicht erreichbar, weil “Hacker” DDoS-Attacken gestartet hatten. Dabei werden Server so mit Anfragen überflutet, dass sie die Segel strecken. Bislang war fraglich, ob und wie sich deutsche Organisatoren oder Teilnehmer von DDoS-Attacken strafbar machen. Das Landgericht Düsseldorf hat das jetzt als erstes Gericht bejaht und einen Angeklagten wegen Computersabotage verurteilt.

Der Angeklagte hatte die Webseiten von Firmen lahmgelegt. Dann forderte er Geld, um weitere Probleme dieser Art zu vermeiden. Neben der DDoS-Attacke ein klarer Fall von Erpressung, und um dieses weit schwerere Delikt ging es dem Landgericht Düsseldorf vorrangig. Deshalb enthält die Urteilsbegründung auch keine näheren Ausführungen zu der Frage, ob die Datenangriffe des Angeklagten tatsächlich unter § 303b Strafgesetzbuch fallen. Das Landgericht Düsseldorf sieht dies offensichtlich als unproblematisch an.

Jedoch liegt es nahe, dass auch andere Gerichte DDoS-Angriffe als strafbar betrachten. Abseits von Auslegungsfragen enthält nämlich die Gesetzesbegründung der vor einigen Jahren geänderten Vorschrift ausdrücklich den Hinweis, dass mit ihr auch DDoS-Attacken erfasst sein sollen.

Bislang gab es zu dem Thema nur ein anderes Urteil, auf das sich Hacker immer gern beriefen. Das Oberlandesgericht Frankfurt hatte 2006, es galt noch altes Recht, Organisatoren einer Online-Demo auf der Webseite der Lufthansa freigesprochen ...

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