BGH: Kein Schadensersatz bei abgebrochener eBay-Auktion

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat mit Urteil vom 08.06.2011 entschieden, dass ein Anbieter auf eBay dem aktuell Höchstbietenden keinen Schadensersatz schuldet, wenn er die Auktion aus einem wichtigen Grund vor der offiziellen Beendigung abbricht. In diesem Fall bestehe zwischen den Beteiligten kein Kaufvertrag, dessen Nichterfüllung Grundlage eines Schadensersatzanspruches sein könne.Der dem Urteil zugrundeliegende Sachverhalt gestaltet sich so, dass dem Verkäufer die angebotene Spiegelreflexkamera mit einem Verkehrswert von rund € 1.200 kurz nach dem Start der eBay-Auktion gestohlen wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte der spätere Kläger mit € 70,00 das aktuelle Höchstgebot abgegeben.

Der Bundesgerichtshof stellt sich - wie die Vorinstanzen - auf den Standpunkt, dem Schadensersatzanspruch, bestehend aus der Differenz zwischen Gebot und Verkehrswert, fehle die rechtliche Grundlage, weil ein Kaufvertrag nicht (mehr) besteht. Der Verkäufer sei jedenfalls dann berechtigt, laufende Auktion ohne Nachteil abzubrechen, wenn hierfür ein wichtiger Grund vorliegt. Das Gericht stützt sich hierbei u.a. auf die eBay-AGB, die jeder Nutzung akzeptiert. Dort heißt es in § 10 Abs ...

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