BGH: BILD darf Terrorist unverpixelt zeigen

Wie einer Pressemitteilung des BGH vom 7.6.2011 zu entnehmen ist hat der Bundesgerichtshof mit Urteil vom gleichen Tage BGH entschieden, dass die Beklagte, die Herausgeberin der “Bild-Zeitung” ein Foto veröffentlichen durfte, auf dem ein mittlerweile rechtskräftig verurteilter Terrorist erkennbar und ohne Verpixelung abgebildet wurde.

Was war bisher geschehen? Der Kläger, hat die Bild-Zeitung auf Unterlassung in Anspruch genommen. Denn die “Bild” hatte im Zusammenhang mit der Urteilsverkündung des jetzigen Klägers ein Foto veröffentlicht. Überschrieben war das Foto, auf dem das Gesicht des Klägers klar zu erkennen war mit der Überschrift “Irak-Terroristen müssen für Attentatsplan ins Gefängnis!”.

Nach der sitzungspolizeilichen Anordnung gemäߧ 176 GVG waren während der damaligen Hauptverhandlungen Abbildungen des Angeklagten untersagt, die ihn in nicht verpixelter Weise zeigten.

Erst in der Revisionsinstanz vor dem unter anderem für das Persönlichkeitsrecht zuständigen VI. Zivilsenat gaben die Richter der “Bild” Recht. Sie urteilten, dass dem Kläger kein Anspruch zustehe, der auf “Unterlassung der ihn identifizierenden Bildberichterstattung” gerichtet ist.

Im Kern stellen die Richter bei ihrer Urteilsfindung nach unserer Ansicht auf das, den §§ 22 und 23 KUG zu Grunde liegende, Stufensystem ab:

Grundsätzlich dürfen Bildnisse nur mit Einwilligung des Abgebildeten veröffentlicht etc. werden, wie dies § 22 KUG zum Ausdruck bringt ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK