Umsatzsteuer: Der „Persönlich Haftende“ muss kein Unternehmer sein

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Eine natürliche Person, die als geschäftsführender persönlich haftender Gesellschafter einer KG fungiert, muss für seine Bezüge nicht notwendigerweise Umsatzsteuer abführen. Ob er als Selbständiger gilt oder nicht, hängt von seinen Vertrags- und Arbeitsbedingungen ab – unbeschadet davon, ob er einkommensteuerlich als Selbständiger behandelt wird. Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat sich nunmehr (Schreiben vom 2.5.2011, V D 2 – S 7104/11/10001) der Ansicht des Bundesfinanzhofes (BFH) - Urteil vom 14.4.2010 (Az. XI R 14/09) angeschlossen.

In dem Urteil hatte der BFH entschieden, dass eine natürliche Person, die geschäftsführender persönlich haftender Gesellschafter einer KG ist und deren Arbeitsbedingungen, deren Arbeitsentgelt und deren Verantwortlichkeit ein Verhältnis der Unterordnung aufzeigt, nicht selbständig im Sinne der Umsatzsteuer ist. Zudem ist der Begriff der Selbständigkeit darüber hinaus gemeinschaftsrechtskonform auszulegen, und kann sich nicht alleine am Begriff der Selbständigkeit des deutschen Einkommensteuergesetzes (EStG) orientieren. Daher können einkommensteuerliche und umsatzsteuerliche Behandlung auseinanderfallen.

Was die Einkommensteuer betrifft, so ist ein Komplementär Mitunternehmer (§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG) und damit automatisch selbständig tätig. Bei der Umsatzsteuer kommt es ebenfalls auf die Unternehmereigenschaft an: Unternehmer ist gemäß § 2 Abs. 1 Satz 1 UStG, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt ...

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