Steuerrecht: Blockheizkraftwerk und Gebäude sind zweierlei

Die Finanzverwaltung (Verfügung der Oberfinanzdirektion Niedersachsen vom 15.12.2010, S 2240-186-St 221/St 222) hat bei der einkommensteuerlichen Behandlung von Blockheizkraftwerken (BHKW) eine Kehrtwende vollzogen. Aufgrund eines Mehrheitsbeschlusses der Einkommensteuer-Referatsleiter des Bundes und der Länder sind BHKWs als selbständige, vom Gebäude losgelöste bewegliche Wirtschaftsgüter zu behandeln. Das heißt, dass die Dauer der Abschreibung künftig nicht mehr vom Alter des Gebäudes abhängt, in dem sich das BHKW befindet.

Zum Hintergrund: Ein BHKW erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme in einem Gebäude (so genannte Kraft-Wärme-Kopplung). Der selbst erzeugte Strom wird in der Regel in das öffentliche Netz eingespeist, soweit er nicht in dem Gebäude selbst verbraucht wird. Der Anlagenbetreiber erhält dafür eine Einspeisevergütung und unabhängig von der Einspeisung den KWK-Zuschlag.

Zuvor hatte die Finanzverwaltung (OFD Niedersachen vom 31.1.2006, S 2240-186-StO 221) noch für eine Abschreibung als Gebäudebestandteil plädiert – also über einen Zeitraum von bis zu 50 Jahren. Argument: Ein Haus ohne Heizung sei kein fertiges Haus. Es war daher bei Einfamilienhäusern in vollem Umfang dem Bereich der Vermögensverwaltung und nicht dem Betriebsvermögen zuzuordnen. Eine gesonderte Absetzung für Abnutzung (AfA) für ein bewegliches Wirtschaftsgut war nicht zu gewähren ...

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