Strafrecht: BGH zum sexuellen Mißbrauch unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses gemäß § 147c StGB

In seiner Entscheidung vom 14.04.2011, Az.: 4 StR 668/10, hat der Bundesgerichtshof klargestellt, dass allein das Einvernehmen des Opfers mit der sexuellen Handlung des Täters nicht einer Strafbarkeit gemäß § 174c StGB entgegensteht.

§ 174c StGB stellt den sexuellen Mißbrauch unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses unter Strafe, wobei die Opfer jeweils unter einer geistigen, körperlichen, psychischem oder Suchtkrankheit leiden. Dies betrifft also beispielsweise den Mißbrauch geistig Behinderter durch den Betreuer, den Mißbrauch unter Entzugserscheinungen leidender Suchtkranker durch den betreuenden Mediziner o.ä.. Durch diese Strafnorm soll die “sexuelle Selbstbestimmung von Personen geschützt werden, die auf Grund psychisch bedingter Einschränkungen ihrer Durchsetzungsmacht innerhalb therapeutischer Abhängigkeitsverhältnisse der Gefahr sexueller Übergriffe ausgesetzt sind; mittelbar auch das Vertrauen in die Integrität und Lauterkeit der Behandlungs- und Betreuungsverhältnisse selbst.” (Fischer, StGB, 58. Aufl., §174c Rn. 2)

Im zu entscheidenden Fall hatte der Angeklagte das weibliche Opfer wegen eines unerfüllten Kinderwunsches “behandelt” und dabei unter anderem mehrfach mit dem Opfer einverständlichen Geschlechtsverkehr vollzogen ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK