Polizeistatistik 2010 - erheblicher Rückgang der Gewaltdelikte

Soeben wurden auf der Internetseite des BKA die Zeitreihen der polizeilich registrierten Straftaten der PKS 2010 veröffentlicht. Bundesinnenminister Friedrich hat die PKS 2010 in einer Pressekonferenz vorgestellt. Die polizeiliche Kriminalstatistik ist keine Statistik zur Kriminalität, sondern eine Statistik zur polizeilichen Befassung mit Straftaten. Da die Registrierung von Straftaten fast nur durch Anzeigenerstattung erfolgt, gibt die Statistik in ihren Grundzahlen primär wieder, welche Delikte im vergangenen Jahr der Polizei angezeigt wurden. Zudem ist aufgezeichnet, in welchen Fällen Tatverdächtige bekannt wurden und einige ihrer Personendaten (v.a. Alter, Geschlecht, Nationalität). Entweder wurden die Tatverdächtigen bei der Strafanzeige gleich "mitgeliefert", wie typischerweise etwa beim Ladendiebstahl, oder die Polizei hat sie ermittelt. Aus dem Anteil der Fälle mit Tatverdächtigen an allen Fällen ergibt sich die Aufklärungsquote, die wiederum gestiegen ist. Da der Anteil der angezeigten Straftaten an allen tatsächlich begangenen von Delikt zu Delikt sehr unterschiedlich ist, aber auch von Jahr zu Jahr nicht stabil bleibt, kann man insgesamt nicht davon ausgehen, dass die PKS ein realistisches Abbild der "Kriminalität" in Deutschland darstellt, dasselbe gilt auch für die Aufklärungsquote, die stark davon abhängt, bei wie vielen Delikten ein Tatverdacht schon bei Anzeigeerstattung erfolgt.

In manchen Deliktsbereichen, in denen man davon ausgehen kann, dass sie zu einem hohen und relativ stabilen Anteil angezeigt werden (z.B. Raub, Wohnungseinbruch, Diebstahl von KfZ), kann sich aber in der Zeitreihe immerhin ein realistisches Abbild dahingehend ergeben, ob diese Straftaten häufiger oder weniger oft begangen wurden als zuvor.

Zu diesen Deliktsbereichen gehören allerdings grds. nicht die Körperverletzungs- und Sexualdelikte, bei denen das Anzeigeverhalten mit hoher Wahrscheinlichkeit recht instabil ist, was v.a ...

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