Buback: Senat sieht 60% der Arbeit erledigt

Zugegeben: Ich war heute nicht in Stuttgart bei der Fortsetzung des “Buback-Verfahrens” gegen Verena Becker. Das Beweisprogramm schien mir nicht zwingend spannend – und seit dem Tod von Osama Bin Laden haben die Anforderungen des Tagesgeschäfts eher noch zugenommen. Ich scheine aber einiges verpasst zu haben, berichten Kollegen: Streit, Erkenntnisse und die unfassbare Bereitschaft des Senats zu einer gewaltigen Lücke.

Mein Kollege Norbert Demuth von der Nachrichtenagentur dapd (der zu den vier rgelmäßigen Begleitern des Verfahrens gehört) kabelte am Nachmittag über heftige Wortgefechte zwischen Bundesanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung. Offenbar kritisierte Michael Buback einmal mehr unzureichende Ermittlungen, Bundesanwalt Hemberger verwahrte sich dagegen energisch und die Verteidiger von Verena Becker erklärten, die Fähigkeiten Michael Bubacks als Chemiker seien unbestritten – als Kriminalist sei er dagegen weniger überzeugend. Und wenn ich zwischen den Zeilen von Norbert Demuth lese, dann haben alle alles noch deutlicher (und vermutlich lauter) gesagt.

In der Sache weiter ging es dagegen wohl nicht.

Am Nachmittag – und nun beziehe ich mich mit Ulf G. Stuberger auf einen weiteren ständigen Prozessbeobachter - hat der Vorsitzende Richter Hermann Wieland dann deutliche Hinweise zum Stand des Verfahrens gegeben: Der Senat sieht von fünf Themen der Beweisaufnahme (Vor dem Tattag, Tattag, nach dem Tat-Tag, Verfassungsschutzproblematik und Entwicklungen seit 2007) die ersten drei Themen als halbwegs abgearbeitet an. Demnach wären über den Daumen 60 Prozent der Arbeit getan (nach meiner Schätzung eher etwas mehr). Deshalb hält der Senat es für möglich, vor der Sommerpause (Mitte August) zu einem Urteil zu kommen ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK