Paukenschlag aus Erfurt im Befristungsrecht

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) macht mit einer jüngeren Entscheidung im Befristungsrecht als „Ersatzgesetzgeber“ Schlagzeilen, indem es seine bisherige Rechtsprechung zum so genannten Anschlussverbot überraschend geändert hat (Urt. v. 06.04.2011 - 7 AZR 716/09, PM 25/11).

Die sachgrundlose Befristung eines Arbeitsvertrags ist an sich bis zu zwei Jahren zulässig. Das gilt allerdings nicht, wenn mit demselben Arbeitgeber bereits zuvor ein befristeter oder unbefristeter Arbeitsvertrag bestanden hat (§ 14 Abs. 2 S. 1, 2 TzBfG). In diesem Fall entstand nach der bisherigen Rechtsprechung des BAG ein „lebens­längliches“, d.h. zeitlich unbegrenztes Anschlussverbot, das unabhängig von der Art der vorherigen Tätigkeit des Arbeitnehmers in dem Betrieb eingreift und eine sachgrundlose Befristung sperrt. Noch im Sommer 2009 hatte das BAG diese Ansicht ausdrücklich bestätigt.

Unter Berücksichtigung der politischen Mehrheitsverhältnisse gab es immer wieder Über­legung­en, das Anschlussverbot im TzBfG gesetzlich zu be­grenzen. Zuletzt wurde im Koalitionsvertrag vom 26.10.2009 angekündigt, dass eine (gegebenenfalls erneute) sachgrundlose Befristung zugelassen wird, wenn seit der Vorbeschäftigung bei demselben Arbeitgeber mindestens 1 Jahr vergangen ist.

Nun hat der 7. Senat des BAG dem Gesetzgeber „vorgegriffen“ und den Anwendungsbereich des An­schluss­verbotes eingeschränkt (Urt. v. 06.04.2011 - 7 AZR 716/09 PM 25/11) ...

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