Zeugen vom Vortag: Sammelsurium von Faseleien

Heute wurden drei “Zeugen vom Vortag” im Stuttgarter “Buback-Verfahren” gegen Verena Becker vernommen. Alle gehören zur gleichen Familie und haben die selbe Geschichte erlebt: Am Vortag des Mordes im April 1977 fuhren Sie mit dem Auto in die Karlsruher Innenstadt und erinnern sich, Generalbundesanwalt Buback und einem Motorrad gesehen zu haben. Die Nebenklage hält diese Beobachtungen für entscheidend, die Bundesanwaltschaft für bedeutungslos.

Zusammengefasst soll sich am 06. April 1977 folgendes zugetragen haben: Familie F. kommt mit ihrem Auto, einem viertürigen Audi, am Karlsruher Schloss aus einer Unterführung. Während Vater F. am Steuer sitzen bleibt, steigen seine damalige Frau sowie die hinten sitzenden Kinder (Sohn und Tochter) aus. In diesem Augenblick kommt ein Motorrad vorbei, steht einen kurzen Moment quer zu Auto und fährt dann über die Waldstrasse davon. Zur gleichen Zeit soll Siegfried Buback mit anderen Personen am Bundesverfassungsgericht gestanden haben. Familie F. kennt ihn, da sie früher in der gleichen Siedlung gewohnt hat, wie der Generalbundesanwalt.

Diese scheinbar alltägliche Verkehrssituation bekommt für den Fall Buback eine gewisse Relevanz, weil sich zumindest der Vater Georg F. schon 1977 sicher war, das Motorrad müsse das Tatmotorrad des Anschlages am folgenden Tag gewesen sein. Darüber informierte Georg F. schon im April 1977 die Polizei.

Doch schon die Frage, wann er die Polizei informierte, entzweit heute die Beteiligten. Auch die Frage, durch wen, wo und wie oft Georg F. befragt wurde, ist umstritten. Höchst umstritten. Der Dissenz geht so weit, dass aus Sicht der Familie Polizeivermerke Fehler enthalten sollen – oder sogar Vorgänge schildern, die so gar nicht stattgefunden hätten.

Heute, mehr als 34 Jahre nach der Tat, erinnern Vater und Sohn F ...

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