Geschieht ihm doch recht, dem Kachelmann!

© Gerd Altmann / pixelio.de

Dies ist einer der Thesen, die man „zwischen den Zeilen“ aus vielen Presseveröffentlichungen und ganz offen in vielen Einträgen in Internetforen und -blogs anlässlich des derzeit laufenden Prozesses gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann wegen Vergewaltigung vor dem Landgericht Mannheim lesen kann: er habe sich doch ausgesprochen unmoralisch gegenüber seiner diversen Geliebten verhalten und deren Vertrauen massiv missbraucht, und da sei es vielleicht nicht unbedingt recht, aber zumindest mehr als billig, wenn er jetzt durch das Verfahren (einschliesslich seiner durch das OLG Karlsruhe aufgehobenen Untersuchungshaft) nun sowohl menschlich als auch finanziell massiv beschädigt werde – und zwar selbst dann, wenn er gar keine Vergewaltigung begangen habe oder sie ihm jedenfalls nicht nachgewiesen werden könne.

Das Strafverfahren also als gerechte Strafe für ein unmoralisches Leben – eine durchaus gewagte These, vielleicht in Anlehnung an das alttestamentarische „Auge um Auge, Zahn um Zahn“, oder vielleicht „Wie Du mir, so ich Dir – zerstörst Du mein Leben, zerstöre ich Deins?

Genauso gewagt übrigens wie eine andere These aus demselben „Lager“: Jörg Kachelmann sei eigentlich schuldig, aber durch die Armada der von ihm bezahlten (Star-) Anwälte und Sachverständigen könne er seiner – vermeintlich – gerechten Strafe entkommen, dies wiederum habe fatale Folgen für andere Verfahren, weil noch mehr (weibliche) Opfer von einer Strafanzeige abgeschreckt würden. Schon allein deswegen müsse er, auch wenn die Beweise zweifelhaft seien, verurteilt werden – im Zweifel also aus Schutzgedanken gegenüber dem (vermeintlichen) Opfer und weiteren zukünftigen Opfern eine Entscheidung gegen den Angeklagten.

Letzteres scheint auch die Auffassung des mannheimer Staatsanwaltes Lars Torben O ...

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