Zahnärztlicher Zugewinn

Ein Zahnarzt ließ sich scheiden. Er musste nachehelichen Unterhalt zahlen und sollte nun auch noch Zugewinn zahlen. Er meinte, der Wert der Praxis sei dabei nicht mitzurechnen, denn aus den Praxiseinnahmen zahle er ja bereits Unterhalt.

Bei dem OLG Hamm und dem BGH biss er sich mit dieser Auffassung - nun ja - die Zähne aus.

Der BGH bekräftigt seine bisherige Rechtsprechung, wonach die sog. modifizierte Ertragswertmethode ein geeignetes Mittel zur Feststellung des "wahren Werts" einer freiberuflichen Praxis darstellt. Danach bemisst sich der in die Zugewinnausgleichsbilanz einzustellende Wert einer freiberuflichen Praxis nach der Formel:

Substanzwert + Goodwill ./. Unternehmerlohn ./. latente Steuern

Der Substanzwert ist dabei die Summe aller selbständigen veräußerungsfähigen Vermögensgegenstände, bewertet zum Wiederbeschaffungspreis.

Der Goodwill (auch innerer oder ideeller Wert genannt) bestimmt sich aus immateriellen Faktoren wie Mitarbeiterstamm, Standort, Art und Zusammensetzung der Patienten/Mandanten, Konkurrenzsituation und ähnlichen Faktoren, soweit sie auf einen Nachfolger übertragbar sind. Mit dem Goodwill bezahlt der Käufer die Chance, die Patienten zu übernehmen und auf dem vorhandenen Bestand und der gegebenen Konkurrenzsituation aufbauen zu können ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK